Sprache/Language: [de]en

Ferdinand Bernhofer GmbH

Der Stahlpreis ist der Schlüssel

24.02.2012

Während der europäische Stahlpreis schon wieder in die Höhe geschnellt ist, notieren die Aktien der Hersteller noch vergleichsweise tief. Das weckt Begehrlichkeiten. Denn normalerweise schießen die Aktien übers Ziel hinaus. Nicht nur deshalb sind Stahltitel theoretisch ein Kauf.


Der deutsche Stahlriese ThyssenKrupp hat die Anleger mit seinen Quartalszahlen einmal mehr enttäuscht - was diesfalls schon fast eine Leistung ist, schließlich lag die Latte nicht gerade hoch. Man könnte sogar sagen, in Bodennähe: Nachdem zuvor schon Weltmarktführer ArcelorMittal seine schwächste Quartalsbilanz seit zwei Jahren präsentiert hatte und Japans Nippon Steel einen Quartalsverlust, war ein ebensolcher auch bei den Deutschen programmiert. Dass Thyssen-Krupp aber sogar operativ rote Zahlen schrieb (das EBIT betrug minus 357 Millionen €!), wurde dann doch negativ aufgenommen und mit Kursverlusten bestraft.

Anleger brauchen jedoch nicht in Panik zu verfallen. Gerade Thyssen hat ja auch zahlreiche hausgemachte Probleme, allen voran die Überseegeschäfte in den USA und Brasilien, wo - das Wortspiel sei gestattet - mehr Kohle verbrannt wird als in den Hochöfen. Zudem schlug eine Goodwill-Abschreibung von 155 Millionen € auf die inzwischen verkauften zivilen Teile der Hamburger Werft Blohm+Voss zu Buche.

Und was die generell schwachen Ergebnisse der Branche betrifft, so waren diese zu erwarten. Und längst eingepreist. Nicht umsonst haben etwa europäische Stahlaktien im Verlauf des Jahres 2011 mehr als 50 Prozent an Wert verloren. Nicht umsonst haben sie aber auch seit dem Tief vom Herbst 2011 bereits wieder rund 50 Prozent zugelegt (womit sie in Summe freilich immer noch tief unter Wasser liegen). Offenbar preist die stets in die Zukunft blickende Börse nun schon wieder eine Erholung bei den Stahlkochern ein.
Da diese wiederum ein wichtiger Konjunkturindikator sind, ist deren Wohl und Wehe für alle, also auch nicht einschlägig investierte Anleger oder Unternehmen außerhalb des Stahlsektors, von Interesse. Schließlich gibt es kaum ein industrielles Produkt, wofür Stahl nicht gebraucht wird (zumindest indirekt, wie etwa im Maschinen- oder Werkzeugbau).

Quelle: Wirtschaftsblatt, Auszug eines Artikels von Hans-Jörg Bruckberger


zurück